Grundsteuer: Hamburg legt Gesetzentwurf vor
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Grundsteuer: Hamburg legt Gesetzentwurf vor

Die Länder müssen sich beeilen – noch bis Ende 2024 haben sie Zeit für ein Ländermodell zur Grundsteuer. Doch der Weg vom Entwurf zum Gesetz kann ja dauern. Nach Baden-Württemberg und Sachsen hat jetzt auch Hamburg einen Gesetzentwurf vorgelegt.

Die Länder sind unter Druck. Denn nachdem das Bundesverfassungsgericht 2018 eine Reform der Grundsteuer bis 2025 verlangt hatte, verabschiedeten Bundesrat und Bund Ende 2019 eine neue Regelung. Im Rahmen einer Öffnungsklausel können die Länder noch bis Ende 2024 eigene Vorschläge umsetzen.

Das Hamburger Grundsteuer-Modell:

Das Hamburger Modell, vorgestellt am 2. September 2020, ist einfacher als das Bundesgesetz. Der Bund will neben Bodenrichtwert, Grundstücksfläche, Immobiliennutzung, Nettokaltmiete auch die Gebäudefläche und das Gebäudealter berücksichtigen.

Hamburg will dagegen die Grundsteuer nach einem Fläche-Lage-Modell erheben: Bei der Berechnung werden nur die Flächen von Grundstücken und Gebäuden und die „Lage“ herangezogen.

So sieht die Bewertung konkret aus:

Unabhängig von der Nutzung soll

  • die Grundstücksfläche mit 0,02 Euro je Quadratmeter und
  • die Gebäudefläche mit 0,40 Euro je Quadratmeter

bewertet werden.

Wohngebäudeflächen will die Hansestadt bei der Berechnung mit einem Abschlag von 50 Prozent begünstigen, fürs Wohnen in „normalen Lagen“ gibt es einen zusätzlichen Steuerrabatt von 25 Prozent. Insgesamt kann der Abschlag also 75 Prozent betragen. Das geltende Wohnlagenverzeichnis gibt die Einteilung der Wohnlagen vor.

„Damit wird der Einfluss der in der Hansestadt stark steigenden Bodenwertsteigerungen auf die Steuer begrenzt“, erläutert Ecovis-Steuerberaterin und Wirtschaftsprüferin Astrid Busch in Hamburg. Finanzsenator Andreas Dressel will so eine Kostenexplosion für Mieter vermeiden, auf die Eigentümer die Grundsteuer umlegen können.

Das Vorhaben soll aufkommensneutral sein, auch wenn laut Dressel einige Steuerzahler etwas mehr, andere etwas weniger zahlen müssen. „Was das dann im Detail heißt, bleibt abzuwarten“, sagt Ecovis-Expertin Busch.

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Astrid Busch
Wirtschaftsprüferin, Steuerberaterin in Hamburg
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Die neue Grundsteuer

Wird es teurer? Das Wichtigste im Überblick:
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