Transparenz in den Geldfluss bringen

Warnsysteme helfen, die Liquidität und Rentabilität auch über den Bilanzstichtag hinaus im Griff zu behalten. Geldzu- und -abflüsse lassen sich so zuverlässig beobachten.

Wohl dem, der eine Bilanz lesen kann. Sie gibt Auskunft über die Vermögenslage, die Entwicklung und die Rentabilität des Unternehmens. Sie zeigt, wohin Mittel geflossen sind und vieles mehr, was den Unternehmer ebenso interessiert wie seine Bank. Mit dem Blick in den Jahresabschluss allein allerdings ist es nicht getan. „Die Bilanz bezieht sich auf einen bestimmten Stichtag, sie berücksichtigt aber nicht den laufenden Ein- und Ausgang der finanziellen Mittel“, warnt Dieter Sackmann, Steuerberater und Wirtschaftsprüfer bei Ecovis.

Zur Unternehmenssteuerung und zu einem effizienten Liquiditätsmanagement aber gehört es, wichtige Daten zeitnah im Griff zu behalten. Unverzichtbar ist deshalb eine unterjährige Finanzplanung, die Kapitalflüsse unmittelbar sichtbar macht. Wann fließen die Mittel aus einem Großauftrag tatsächlich in die Firmenkasse? Welche Kapitalquellen werden für eine Investition in Anspruch genommen? Die Bilanz und die Gewinn- und Verlustrechnung allein jedenfalls machen nicht sichtbar, ob Forderungen rechtzeitig beglichen werden oder Verbindlichkeiten aus dem Ruder laufen. „Auch die klassischen Liquiditätskennzahlen wie etwa die Gegenüberstellung von Barmitteln und kurzfristigen Verbindlichkeiten sind da nur bedingt aussagefähig“, sagt der Ecovis-Experte.

Wichtige Kennzahlen beobachten
Sackmann rät dazu, eine ganze Reihe weiterer Kennzahlen im Auge zu behalten, die sich letztendlich in der Liquidität niederschlagen. Das Verhältnis von Forderungen zu Umsatz beispielsweise gehört dazu, weil es Rückschlüsse auf die Qualität des Forderungsmanagements zulässt. Der Anteil der Vorratslagerbestände am Umsatz wiederum sagt einiges über das im Unternehmen gebundene Kapital aus. Bei der Analyse sollte man sich allerdings nicht auf Vergleiche mit den eigenen Kennzahlen aus der Vergangenheit beschränken. „Sinnvoller ist es, sich an der Benchmark der jeweiligen Branche zu messen“, rät Sackmann, wozu Ecovis einen Branchenvergleich anbietet, in den die Daten einer Vielzahl von Unternehmen eingehen.

Nicht minder wichtig: Laufende Belastungen, etwa die Leasingraten, erscheinen nicht in der Bilanz, müssen mit Blick auf die Liquidität aber ebenfalls im Auge behalten werden. Auch bei den Mieten für Betriebsgebäude geht es um erhebliche Beträge. Immerhin summiert sich eine Monatsmiete von 5.000 Euro schon zu einer Belastung von 60.000 Euro im Jahr. „Aus Mietverträgen aber kann man sich in der Regel nur schwer lösen, wenn das Geschäft einmal schlechter läuft“, warnt Uwe Lange, Wirtschaftsprüfer und Steuerberater bei Ecovis. Er rät dazu, solche festen Zahlungen auf einem Beiblatt zu erfassen und kontinuierlich zu kontrollieren. „Das schärft nicht zuletzt die Sensibilität, wenn es um den Abschluss neuer Verträge geht“, ergänzt Lange.

Die Bilanz bleibt bei alldem dennoch relevant. Sie hilft zum Beispiel, wenn es um die auf Basis des Jahresüberschusses ermittelte Rentabilität geht. Ist diese, gemessen am insgesamt eingesetzten Kapital, höher als die reine Fremdkapitalrentabilität, dann lohnt sich möglicherweise eine stärkere Fremdkapitalfinanzierung. Das Bilanzmodernisierungsgesetz hat zudem – unter anderem mit Blick auf den Ansatz von Abschreibungen und Bewertungen – dafür gesorgt, dass die Zahlenwerke betriebswirtschaftlich aussagekräftiger sind als früher“, sagt Sackmann.

Worüber wir reden sollten
• Welche Unternehmenskennzahlen sollten monatlich auf den Prüfstand kommen?
• Wie kann ich den Überblick über langfristige Verpflichtungen aus Verträgen behalten?
• Welche Benchmarks eignen sich als Vergleichsmaßstab?
• Wie lassen sich Zahlungsflüsse zeitnah erfassen und Defizite beheben?
• Wie kann man die Bilanz zur Außendarstellung des Unternehmens nutzen?
• Welche intern wichtigen Erkenntnisse lassen sich aus dem Jahresabschluss ziehen?

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