Chinas E-Commerce Markt explodiert: Chancen und Herausforderungen für Ausländische Investoren

E-Commerce Martk: Entwicklung Weltweit

Der weltweite Business-to-Customer (B2C) E-Commerce Umsatz erreichte zum Jahr 2015 ein Volumen von US$ 1,5 Billionen. Als einer der am schnellsten wachsenden Märkte in den vergangenen Jahren konnten Wachstumsraten von um die 20% pro Jahr festgestellt werden. Diese Zahl steht im Vergleich zu 6% jährlichem Wachstum im traditionellen Einzelhandel. Nicht nur eingesessene Akteure wie Amazon profitieren von dieser Entwicklung – durch geringe Hürden beim Markteintritt durch Internet-Plattformen ist dieses Wachstum auch für junge Start-Ups zu realisieren. Ein Beispiel dafür ist das Wachstum des deutschen Online-Shops Zalando, welcher hauptsächlich Schuhe und Mode vertreibt. Innerhalb von fünf Jahren stieg dessen Geschäftsvolumen von null auf 1,2 Milliarden Euro, was selbst Marktexperten überraschte. Dieser Trend findet aber nicht nur in den USA und Europa statt, zentraler Wachstumstreiber sind Wachstumsmärkte, angeführt von China. Ein weiterer Wachstumsfaktor ist das Verlangen internationaler Marken, neue Märkte zu erschließen.

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Chinas E-Commerce Markt explodiert

Im letzten Fünf-Jahresplan der Kommunistischen Partei Chinas wurde beschlossen China zu einem führenden Markt für Onlinehandel zu entwickeln. Dies geschah nicht mit Rücksicht auf internationale Trends, sondern mit dem Ziel, China von einer auf Investitionen gegründeten Wirtschaft in eine von Konsum geprägte Wirtschaft zu wandeln. 2013 überholte China die USA als größten E-Commerce Markt der Welt. Jack Ma, Gründer der Alibaba Group, sagte: „In anderen Ländern ist E-Commerce eine Art, einzukaufen. In China ist es eine Lebensart.“ Dabei wird selbst das hohe, gesamtwirtschaftliche Wachstum Chinas von den Wachstumszahlen der Internetwirtschaft in den Schatten gestellt.

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Wie kommt es dazu? Während in vielen westlichen Ländern der Markt bereits gesättigt ist, befindet sich China zum größten Teil noch in der Entwicklungsphase.  Hier stellen vor allem sogenannte „Tier 2“ und „Tier 3“ Städte ein enormes Wachstumspotential dar – viele dieser Städte haben mehr als 10 Millionen Einwohner, sind aber noch gänzlich unerschlossen durch organisierte Einzelhändler oder internationale Marken. Die wirtschaftliche Gesamtentwicklung, gepaart mit der wachsenden Mittelklasse und ihrer Nachfrage nach Konsumgütern, machen den Markt attraktiv für den Aufbau von Markenbewusstsein und Markentreue. Zudem ist die Bereitschaft höher, Geld für Qualität und Individualität auszugeben. Chinas Netz aus Provinz-übergreifenden Logistikdienstleistungen ist mittlerweile auf Platz 2, gemessen an der Lieferkapazität.

1999 kann als der Geburtstag der chinesischen Internet Industrie angesehen werden. Damals wurden alle großen chinesischen Internetfirmen gegründet, unter anderem Baidu, Alibaba, Tencent, Sina und Sohu. Vor 2000 gab es kaum Anwendungen für E-Commerce. Mit einer Anzahl von nur 2,1 Millionen Internetnutzern gab es weder nützliche Bezahlsysteme noch physische Lieferdienste, welche entscheidenden Voraussetzungen für das Wachstum von Onlinehandel darstellen. Bis 2014 jedoch ist diese Zahl auf 642 Millionen Internetnutzer gestiegen und viele Dienste, die sich im Westen über hohe Nutzerzahlen und großen Umsatz freuen, werden von ihrem chinesischen Gegenpart in beidem übertroffen: Ebay von Taobao, Amazon von JD.com, Walmart von Suning. Alibaba, außerhalb Chinas noch kaum bekannt, hatte 2012 einen Marktanteil an B2B und B2C der größer als Ebay und Amazon zusammen war. Trotz der dominanten Positionen der neuen Internetriesen wie Alibaba und JD.com haben aber auch junge Plattformen wie Daminwang und 360buy.com immer mehr Erfolg und befinden sich in der Wachstumsphase.

Die chinesische Affinität für Elektronik und mobile Endgeräte

Neben E-Commerce-Firmen spielen auch Plattformen für soziale Medien eine immer größere Rolle. In China ist eine höhere Affinität zu mobilen Endgeräten und digitalem Marketing festzustellen, welche reflektiert wird in der Zahl an Online-Transaktionen und der immer wichtigeren Rolle sozialer Medien im täglichen Leben der chinesischen Bevölkerung. Während Dienste wie WeChat und Sina Weibo, beide von Tencent betrieben, im Ausland kaum bekannt sind, nutzen in China Millionen von Menschen selbige. Obwohl WeChat anfangs ähnlich funktionierte wie das im Westen bekannte WhatsApp, wurden hier Funktionen integriert, die für E-Commerce wichtig sind: Mobile Wallet (E-Payment Anwendung, die das Handy zur mobilen Geldbörse macht), Transfer von Geld unter Freunden und weitere. Innerhalb weniger Jahre wurde China zum Land mit dem höchsten Anteil des auf mobilen Endgeräten begründeten Onlinehandels, auch „M-Commerce“ genannt. Dieser beträgt drei mal so viel wie der in den USA. Expertenmeinungen nach wird dieser Trend anhalten. Dieser Erfolg im Onlinehandel ist dabei nicht an eine bestimmte Industrie gebunden, sondern spannt von Kleidung über Möbel bis hin zur Gastronomie einen großen Bogen.

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Chinas „Singles Day“ veranschaulicht dieses Potential besonders gut, ein eintägiges Internet Shopping Festival, das seines gleichen Sucht: Zahlenmäßig stellt dieser Tag die Weihnachtsverkäufe von Amazon in den Schatten. Dabei ist kein Ende in Sicht: 2014 wurden 80% mehr umgesetzt als noch im Vorjahr.

Was Sie auf dem Weg zum Erfold berücksichtigen müssen

Die Plattform Internet ist nunmehr für die meisten Industrien unabdingbar: Hier warten große Chancen auf Firmen, aber auch Herausforderungen. Was braucht man also um im E-Commerce Geschäft erfolgreich zu sein? Viele große, westliche Firmen wie Google, Yahoo, eBay oder Groupon sind an hohen Eintrittsbarrieren gescheitert. Unabhängig von der gewählten Firmenstruktur stellen vor allem Nachteile in der Lieferkette, die Eigenart chinesischer Konsumenten und staatliche Restriktionen nur ein Problem dar. Auf der anderen Seite stellt der steil wachsende E-Commerce Markt noch immer eine attraktive Investitionsmöglichkeit dar. Hierbei ist es jedoch wichtig, schon vor Markteintritt die Strategien festzulegen: auf den chinesischen Konsumenten zugeschnittenes Marketing, eine optimierte Plattform und mobile Applikationen sind unerlässlich für den Erfolg. Dazu gehört auch die Suchmaschinenoptimierung und eine Analyse vielfältiger, sozialer Netzwerke und den daraus resultierenden Konsumentscheidungen der Nutzer.

Seien Sie kreativ und innovativ! Der zweite Boom, längst von Experten vorausgesagt, steht noch aus. Während nämlich Bereiche wie Kosmetik und Elektronik schon erfolgreich im E-Commerce Markt gehandelt werden, erleben Gastronomie und die Service Industrie noch hohe Wachstumsraten.

 

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