Nachfolge: So sichern Sie Ihr Lebenswerk trotz steigender Hürden
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Nachfolge: So sichern Sie Ihr Lebenswerk trotz steigender Hürden

Die Unternehmensnachfolge ist für den Mittelstand zweifellos die Schicksalsfrage des kommenden Jahrzehnts. Das aktuelle KfW-Nachfolge-Monitoring zeichnet ein deutliches Bild: Die Hürden wachsen und die Zeit drängt, doch die Chancen für gut vorbereitete Übergaben stehen weiterhin gut. Alexander Waschinger zeigt auf, worauf es jetzt ankommt, und beantwortet häufig gestellte Fragen zur Nachfolge.

Jedes vierte Unternehmen denkt an Stilllegung

Die vielleicht wichtigste Botschaft vorweg: Es wird schwieriger, einen Nachfolger zu finden, und immer mehr Inhaber ziehen die Reißleine. Aktuelle Daten zeigen, dass mittlerweile jedes vierte mittelständische Unternehmen eine bewusste Geschäftsaufgabe nach dem Ausscheiden der Senior-Generation in Erwägung zieht. Das ist ein Höchststand.

Der Hauptgrund ist wenig überraschend das Erreichen des Rentenalters, denn das Durchschnittsalter der Inhaber liegt mittlerweile bei über 54 Jahren. Doch auch das mangelnde Interesse innerhalb der eigenen Familie spielt eine unvermindert große Rolle.

„Für Unternehmer heißt das: Eine Stilllegung ist heute kein Tabu mehr, lässt sich aber in vielen Fällen vermeiden. Wer den Fortbestand seines Unternehmens sichern möchte, sollte sich frühzeitig und aktiv mit Alternativen zur familieninternen Nachfolge beschäftigen“, sagt Alexander Waschinger, Experte für Unternehmensnachfolge in Dingolfing.

Bürokratie wird zum massiven Bremsklotz

Während das Finden eines passenden Nachfolgers mit 69 % die Hürde Nummer eins bleibt, hat sich ein neues Problemfeld massiv in den Vordergrund geschoben: die Bürokratie.

Für 42 % der Unternehmen mit Stilllegungsplänen ist der bürokratische Aufwand inzwischen ein entscheidendes Motiv für das Aus. Kein anderer Faktor hat im Jahresvergleich so stark an Bedeutung gewonnen. Dazu zählt nicht nur der administrative Alltag, sondern speziell die Komplexität der Übergabe selbst – von steuerlichen Fragen bis zu Meldepflichten. Diese sind ohne externe Begleitung kaum noch effizient zu meistern.

Die Lücke zwischen Wunsch und Wirklichkeit wächst

Ein kritischer Punkt in jeder Verhandlung ist der Kaufpreis. Hier driften die Vorstellungen von Übergebern und potenziellen Nachfolgern zunehmend auseinander. Die durchschnittlichen Kaufpreisvorstellungen im Mittelstand sind seit 2019 um 34 % gestiegen und liegen nun bei rund 499.000 Euro. Diese Steigerung liegt sogar oberhalb der Inflationsrate.

Hier droht ein Realitätscheck: Während Inhaber im Schnitt das 1,2-fache ihres Jahresumsatzes als Preis anstreben, kalkulieren Experten und Käufer oft konservativer – der Median bei den tatsächlich realisierten Multiplikatoren liegt eher bei 60 % des Umsatzes. Diese Diskrepanz zu überbrücken, erfordert eine professionelle Unternehmensbewertung und Verhandlungsgeschick, um das Lebenswerk nicht „unter Wert“ zu verkaufen, aber den Deal auch nicht platzen zu lassen.

Kurzfristige Nachfolgen sind gut geplant

Trotz der genannten Herausforderungen gibt es positive Nachrichten. Die Nachfolge steht weiterhin hoch im Kurs: Bis Ende 2029 werden jährlich rund 109.000 Nachfolgewünsche verzeichnet. Besonders erfreulich ist, dass kurzfristige Nachfolgen (bis 2026) einen sehr guten Planungsstand aufweisen.

Zudem rücken neben der klassischen familieninternen Lösung (die mit 55 % weiterhin dominiert) auch wieder vermehrt Management-Buy-Outs (MBOs) in den Fokus. Die Übergabe an bewährte Mitarbeiter oder Miteigentümer bietet Kontinuität und minimiert das Risiko von Informationsasymmetrien, das bei externen Verkäufen oft besteht.

Unsicherheit lähmt die Zukunft

Ein oft unterschätzter Aspekt einer ungeklärten Nachfolge ist die Auswirkung auf die Wettbewerbsfähigkeit. Solange die Zukunft des Unternehmens offen ist, wird weniger investiert. In Unternehmen mit kurzfristigen Nachfolgeplänen sinkt das Investitionsvolumen um rund 32 %. Das ist verständlich, aber gefährlich. Um den Firmenwert zu erhalten, muss die „Braut geschmückt“ bleiben. Eine frühzeitige Regelung schafft hier Sicherheit und löst den Investitionsstau oft auf.

Ausblick

Der demografische Wandel und die bürokratischen Lasten machen die Unternehmensnachfolge im Jahr 2026 komplexer als zuvor. Doch die Daten zeigen auch: Wer plant, gewinnt. Empfohlen wird, spätestens fünf Jahre vor der Übergabe mit konkreten Schritten zu beginnen.

Die Bedingungen für eine Übergabe sind – trotz gestiegener Preiserwartungen – marktfähig, sofern man bereit ist, realistische Bewertungen zu akzeptieren und den Prozess strukturiert anzugehen.

Nutzen Sie die Zeit, um Ihr Unternehmen übergabefähig zu machen. Ob familienintern, Verkauf an Externe oder ein Buy-Out durch das Management: Es gibt für fast jedes gesunde Unternehmen eine Lösung, wenn man sie rechtzeitig sucht. Wir helfen Ihnen dabei.

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Tel.: +49 8731-7596-0

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