CSRD: Was beim Nachhaltigkeitsreporting zu tun ist
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CSRD: Was beim Nachhaltigkeitsreporting zu tun ist

Künftig müssen Unternehmen auch über „weiche“ Faktoren und nichtfinanzielle Leistungsindikatoren berichten. Wie sie sich auf die neue Herausforderung einstellen können, weiß Yven Heine, Head of Sustainability von iAP, einem Unternehmen der Ecovis-Gruppe in Berlin.

Herr Heine, wie können Unternehmen das Projekt Nachhaltigkeitsberichterstattung in Angriff nehmen? Das Ganze ist ja sehr komplex.

Das ist in der Tat so. Aber mit einem strukturierten Vorgehen lässt sich das gut bewältigen. Wir empfehlen Unternehmen, immer mit einer Stakeholder-, Wesentlichkeits- oder Risiko-Analyse zu starten. Bei der Stakeholder-Analyse ist beispielsweise die Frage zu stellen, bei welchen Nachhaltigkeitsthemen die Verantwortlichen das Unternehmen in der Pflicht sehen. Daraus lassen sich strategische Ziele ableiten, etwa: Wann will ich klimaneutral sein? Wie kann ich Klimaneutralität erreichen? Bei der Wesentlichkeits-/Risikoanalyse ist zu klären, wo die Geschäftstätigkeit die Möglichkeiten einer nachhaltigen Entwicklung einschränkt und welche Risiken daraus erwachsen.

Wie sind diese Erkenntnisse dann weiterzuverarbeiten?

Liegen die Ergebnisse der Analysen vor, sollten sich Unternehmen den Prozessen und dem Datenmanagement widmen. Um Nachhaltigkeitsdaten zu erheben, sind reibungslose Prozesse aufzusetzen. Diese gewährleisten eine hohe Datenqualität und reduzieren den Prüfungsaufwand. Eine passende Software oder ein individuelles Datenmanagement-Tool strukturiert die Prozesse und hält sie schlank. Wir unterstützen etwa bei Auswahl und Einführung mit einem bedarfsgerechten Lasten- und Pflichtenheft. Denn spätestens im Vorjahr der Berichtspflicht sollte diese umfassende Datenerfassung etabliert sein.

Welche Daten braucht man und wie lässt sich messen, dass das Unternehmen seine Nachhaltigkeitsziele erreicht?

Am besten ist es, zusammen mit Experten zu besprechen, welche Kennzahlen nötig sind. Mittels Key-Performance-Indicator (KPI) oder Leistungskennzahlen lässt sich dann der Fortschritt bei der Zielsetzung ermitteln. Denn die Nachhaltigkeitsziele müssen operativ wirken und die Unternehmensaktivitäten steuern.

Wie viel Zeit müssen Unternehmen in etwa für die Vorbereitung auf den Bericht veranschlagen?

Wird ein Nachhaltigkeitsbericht erstmalig aufgestellt, ist abhängig von der Größe des Unternehmens und der Branche mit einem zeitlichen Rahmen von acht bis zehn Monaten zu rechnen.

Ist es sinnvoll, freiwillig einen Bericht zu erstellen?

Wenn ein Unternehmen davon ausgehen kann, dass es kurz- oder mittelfristig unter die Berichtspflicht fällt, weil die Größenkriterien erreicht sind, ist das sinnvoll. Verlangen Stakeholder entsprechende Informationen, ist es immer besser, auf die eigene Berichterstattung verweisen zu können, anstatt erst auf Anfrage zu reagieren und dann mühsam die gewünschten Daten und Fakten zusammenzutragen.

Wie lässt sich Greenwashing vermeiden?

Unternehmen sollten in der Berichterstattung nichts geschönt darstellen. Maximale Transparenz ist gefragt und die Kommunikation darüber, welche Maßnahmen zur Verbesserung des Status quo eingeleitet oder geplant sind.

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Yven Heine
Leiter Nachhaltigkeit & ESG Beratung in Berlin
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