Vegane Lebensmittel: Umweltschutz, der schmeckt
© Veganz AG

Vegane Lebensmittel: Umweltschutz, der schmeckt

Der Börsengang eröffnet der Veganz Group AG, die rein pflanzenbasierte Lebensmittel herstellt, ganz neue Möglichkeiten. Im zweiten Halbjahr 2022 startet in der neuen Fertigungsstätte die Herstellung von Käse-, Fisch- und Fleischersatzprodukten. Im Visier sind vor allem die Fleischesser.

Die Zahl der Veganer und Vegetarier wächst. Die weitaus meisten Menschen essen zwar noch Fleisch, Fisch, Wurst und Käse. Doch aus Rücksicht auf Umwelt und Klima verzichten immer mehr von ihnen zumindest zeitweise darauf. Diese Flexitarier hat Veganz im Blick. „Alle Menschen müssen essen, aber so wie bisher kann es nicht weitergehen“, sagt die Finanzvorständin Alexandra Vázquez Bea des Berliner Unternehmens. Veganz zeigt nicht mit dem Finger auf Fleischesser, sondern will sie überzeugen – nicht nur aus Umweltgründen, sondern auch weil es schmeckt.

Das Marktforschungsinstitut Absolute Markets Insights prognostiziert dem globalen Markt für vegane Lebensmittel eine zukünftige jährliche Wachstumsrate von bis zu 11,4 Prozent. Um diesen riesigen Markt zu erschließen, ist Veganz Anfang November 2021 als erstes rein pflanzenbasiertes Food-Unternehmen Europas an die Börse gegangen. 120 Produkte hat der Multi-Kategorie- Anbieter im Sortiment.

Eigene Produktionsstätte im Bau

Ein Teil der knapp 34 Millionen Euro, die Veganz aus dem Börsengang eingenommen hat, fließt in eine 10.000 Quadratmeter große Fabrik, die gerade in Werder (Havel) bei Berlin entsteht. „Wir konzentrieren uns hier ab der zweiten Jahreshälfte auf die Fertigung von Käse-, Fisch- und Fleischalternativen. Die anderen Produkte aus unserem Sortiment lassen wir weiterhin über externe Produzenten herstellen“, sagt Finanzvorständin Vázquez Bea. Die neue Fertigung ist dringend nötig. Denn die 200 Quadratmeter große „Käsemanufaktur“ im Herzen Berlins platzt aus allen Nähten. Bei Veganz sind allein zwölf Mitarbeiter mit der Rezept- und Produktentwicklung beschäftigt. Veganz arbeitet mit der TU Berlin, dem Deutschen Institut für Lebensmitteltechnik und anderen Partnern zusammen. Und es geht auch um die Sicherstellung einer klimaneutralen Rohstoffversorgung. Derzeit kommen mehr als zwei Drittel der Rohstoff e aus Deutschland und der Schweiz.

Ganz neu ist der Ei-Ersatz in Form einer pflanzenbasierten Stangenei-Alternative. „Das schmeckt wie hart gekochte Hühnereier“, sagt Vázquez Bea. Auch an einem Rührei-Ersatz und an Marinekulturen aus Algen als Fischalternative arbeitet das Unternehmen aktiv. „Und Fleischersatz ist bei uns ein Riesenthema“, sagt Vázquez Bea.

Wie alles begann

Die Geschichte des Unternehmens ist kaum mehr als zehn Jahre alt. CEO Jan Bredack war vorher ein Spitzenmanager in der Autoindustrie. Nach einem Burnout krempelte er sein Leben komplett um – beruflich wie privat – und wurde zum Veganer. 2011 gründete er Veganz, das zunächst als vegane Supermarktkette startete. Heute hat Veganz noch drei eigene Märkte, aber viele Produkte unter einer eigenen Marke. Ganz neue Zielgruppen erschließt eine Kooperation mit einem der führenden Catering- und Gastronomiekonzerne Aramark, der viele Stadien oder Kantinen beliefert. Beim Fußballclub RB Leipzig gibt es neben der obligatorischen Currywurst auch vegane Spezialitäten von Veganz. Von der kommenden Saison an erhalten Stadionbesucher nur noch vegane Speisen. „Wenn es den Fans schmeckt, dann greifen sie auch im Supermarkt zu unseren Produkten“, glaubt Vázquez Bea. Neue Kundengruppen könnte auch die Kooperation mit einer großen Backkette erschließen. Da gibt es schon zehn Produkte von Veganz – vom Croissant bis zur Pizzastange.

Investoren handeln zusehends nachhaltig

Auch bei Finanzinvestoren hat die Finanzvorständin großes Interesse festgestellt. „Nachhaltigkeit und Gesichtspunkte von Environment Social Governance (ESG) spielten in jedem Investorengespräch eine große Rolle“, erklärt sie. Das Unternehmen gewann viele institutionelle und private Investoren. Nun ist die gezielte Expansion ins Ausland geplant. „Wir sind zwar schon in 28 Ländern präsent, erzielen aber noch 93 Prozent unseres Umsatzes im deutschsprachigen Raum“, sagt Vázquez Bea. Im Visier seien die Gastronomiegroßmächte Frankreich, Italien und Spanien. Die Niederlande und Skandinavien will Veganz als bestehende Absatzmärkte weiter ausbauen.

Bereits seit 2017 arbeitet Veganz mit Ecovis-Wirtschaftsprüfer Ralph Riese aus Berlin zusammen. Er testiert die Jahresabschlüsse und hat den Börsengang begleitet. „Das war eine echte Herausforderung für uns alle. Aber dieses Mandat ist für mich auch eine Herzensangelegenheit“, sagt Riese. Und Vázquez Bea ist voll des Lobes: „Ralph Riese hat das Unternehmen in der Tiefe verstanden und kennt es perfekt. Er denkt unternehmerisch und bringt viel Erfahrung mit, die für ein junges Unternehmen wie Veganz sehr hilfreich ist. Da gibt es viel Vertrauen in beide Richtungen.“

Über die Veganz Group AG

Ex-Daimler-Manager Jan Bredack gründete Veganz 2011 in Berlin als vegane Supermarktkette. Seit 2015 entwickelt das Unternehmen unter dem eigenen Namen vegane Produkte. Das aktuelle Portfolio umfasst rund 120 Produkte in 17 Kategorien und ist in mehr als der Hälfte aller europäischen Länder und in mehr als 22.000 Points of Sale weltweit erhältlich. Seit November 2021 ist Veganz börsennotiert und beschäftigt rund 105 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Veganz erweitert das Produktportfolio kontinuierlich um hochwertige, innovative Artikel und verbessert stetig die nachhaltige Wertschöpfungskette. Für dieses Engagement wurde Veganz in einem exklusiven „Handelsblatt“-Ranking 2021 zur innovativsten Lebensmittelmarke Deutschlands gewählt. www.veganz.de

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